Optimierung von SEPA-Lastschriften mit dem Bankswitching-Service
Am 1. Februar 2018 stellen die Banken ein neues zusätzliches Instrument zur Unterstützung wiederkehrender automatischer Zahlungen und SEPA-Lastschriften bereit. Der Bankswitching-Service ermöglicht es, den Gläubiger automatisch zu informieren, wenn ein Zahlungspflichtiger seine Bank wechselt. Der Zahlungspflichtige kann selbst entscheiden, ob er diesen Service in Anspruch nehmen möchte oder nicht.
Was bedeutet das für den Zahlungspflichtigen?
Wenn ein Zahlungspflichtiger seine Bank wechselt, kann er alle seine Daueraufträge und aktiven SEPA-Lastschriften von seiner bisherigen Bank auf seine neue Bank übertragen lassen. Er muss dies nicht mehr bei seiner alten Bank beantragen. Seine neue Bank übernimmt die Übertragung. Für den Zahlungspflichtigen ist dieser Service kostenlos.
Wie wird der Gläubiger informiert?
Der Gläubiger muss zunächst erfahren, dass die SEPA-Lastschrift übertragen wurde. Beim nächsten Einzug muss er in der Lage sein anzugeben, dass der Betrag von einem anderen Konto eingezogen werden soll. Der Gläubiger kann auf verschiedene Arten über die Übertragung informiert werden.
- Per Papierweg: Die Bank des Gläubigers kann ihm ein Papierdokument mit den Daten zur Kontonummernänderung bereitstellen. Dieses enthält die Mandatsnummer, die neue und alte Kontonummer sowie das Datum der Übertragung.
- Per FTP-Verbindung: Der Gläubiger kann über die Website von Febelfin die Einrichtung einer FTP-Verbindung beantragen, um die Dateien mit den Übertragungsinformationen automatisch zu erhalten. Die so erhaltenen Informationen bestehen aus einer CSV-Datei und einem PDF. Die CSV-Datei enthält alle Details zur Übertragung des Mandats sowie die alte und die neue Kontonummer. Das PDF listet dieselben Daten auf.
- Der Gläubiger kann dieselben Informationen auch über Zoomit erhalten.
- Oder über Twikey – und zwar über eine fortschrittliche Methode: die API (Application Programming Interface). Twikey verfügt über eine „Update-API", die alte und neue Daten übersichtlich zurückgibt. Dies kann je nach den Präferenzen des Gläubigers in JSON oder XML erfolgen.
Für Option 1, „Papier", muss der Gläubiger nichts unternehmen. Er erhält das Übertragungsdokument von seiner Bank.
Für die Optionen 2 und 3 (FTP oder Zoomit) muss der Gläubiger seinen Antrag über die Febelfin-Website einreichen.
Für Option 4 (Twikey) übernimmt Twikey alles. Der Gläubiger benötigt lediglich ein Twikey-Abonnement. Twikey hat sich entschieden, diesen Service in alle seine Abonnements einzuschließen. Bestehende Twikey-Kunden müssen lediglich einen Antrag für diesen Service über unsere Integrationsseite einreichen. Sobald die Verbindung mit dem Bankswitching-Service eingerichtet ist, erhalten sie automatisch eine Aktualisierung aller Mandate über die API oder per E-Mail.
Wie wird dies in der SEPA-Lastschrift-XML verarbeitet?
Sobald ein Gläubiger darüber informiert wurde, dass sein Zahlungspflichtiger die Bank gewechselt hat, muss er diese Änderung in die nächste SEPA-Lastschrift-Datei aufnehmen. Konkret bedeutet dies, dass eine Änderung vorgenommen werden muss, die an die Bank weitergegeben wird.
Die neue IBAN muss im Tag „debtor iban" DebtorAccount <DbtrAcct> eingetragen werden.
Über Grenzen hinweg?
Ein Bankswitching-Service kann nur innerhalb eines Landes effektiv organisiert werden. Zudem wird ein Konto selten von einem Land in ein anderes übertragen. Ein Einwohner eines Landes hat in der Regel ein Bankkonto in demselben Land. In Zukunft werden selbstverständlich mehr Anbieter mit sehr zugänglichen Lösungen und PSD2 (API-Zugang zu einem Bankkonto) in Wettbewerb mit unseren lokalen Banken treten. Derzeit gibt es jedoch noch keine Grundlage für einen europäischen Bankswitching-Service.
Die Idee für diesen Service geht ursprünglich auf eine Gruppe europäischer Experten zurück, die ihn 2006 für jedes Land der Europäischen Gemeinschaft einrichten wollten. In Belgien bieten alle Privatkundenbanken diesen Service an.
Möchten Sie diesen Service ebenfalls nutzen?
Wir liefern die Daten je nach Einstellungen über die API oder per E-Mail. Auf unserer API-Seite ist die Mandat-Update-API von Bedeutung. Sie ist für die automatische Aktualisierung der Daten bestehender Mandate zuständig. Der Einstieg ist ganz einfach über unsere Seite möglich.

